Mediengestalter/in 3.0

Mediengestalter/in 3.0

Was sollte sich an Berufsbild und Ausbildung ändern?

Umfrage des BiBB an Betriebe und Berufsschulen bis Oktober 2021

Braucht der Beruf Mediengestalter/-in Digital und Print eine Neufassung?

Diesen Text und die Umfrage als Word-Datei und als PDF-Datei zum Herunterladen.

Die Idee zum/zur Mediengestalter/-in war damals ein großer Wurf: die Vielfalt der Tätigkeiten – und Berufe – vor dem Druck im Zuge der umfassenden Einführung von Computern in einem Beruf zusammenfassen. Dazu kam für die Schulen eine weitere bahnbrechende Idee. Die Lehrpläne wurden nicht mehr stoffsystematisch gedacht und formuliert, in handlungs­orientierten Lernfeldern wurden größere Themenblöcke gefasst, um in berufsnahen Lernsituationen verschiedene Aspekte beruflicher Kompetenz aufzubauen. Sicher hat dieses Konzept dazu beigetragen, die Ausbildung in unserer Branche sehr gut an die Anforderungen und den ständigen Wandel der Anforderungen anzupassen.

In verschiedenen kleineren Revisionen wurden seitdem die Fachrichtungen neu gedacht, Wahlmodule kamen dazu, andere verschwanden und auch dies Jahr soll die Branche gefragt werden, ob neue Anpassungen sinnvoll oder gar notwendig sind.

Seit August 2020 läuft in kleinerem Rahmen unter bewährter Federführung eine Befragung der Ausbildungsbetriebe und der Verbände, pandemiebedingt durch den Verzicht auf größere Veranstaltungen nicht ganz so öffentlich. In diesem Jahr sollen auch die Schulen als zentraler Bereich der beruflichen Bildung in den Prozess der Meinungsbildung eingebunden werden. Die LAG Medien steht dazu mit dem BiBB seit Frühjahr 2021 in Kontakt.

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme und Meinungsbildung an den Schulen.
Dazu dient der von Dr. Heike Krämer [BiBB] entwickelte Fragebogen auf der Folgeseite. Dieser Fragebogen wird auch für die Befragung der Betriebe und Verbände verwendet. Damit die Meinungen aller Beteiligten gut integriert werden können, haben BiBB und LAG Medien (über den Workshop Berufliche Bildung mit Thomas Zimmer) vereinbart, diesen Fragebogen auch für die Meinungsbildung an den Schulen zu verwenden.

Um die Ergebnisse vieler Schulen koordiniert weiterzutragen, steht die LAG Medien mit ihren Workshops »Berufliche Bildung« und »Mediengestaltung« bereit. Bis Ende September sollen die Schulen sich auf Basis des Fragebogens mit den Strukturen des Berufes auseinandersetzen und ihre Meinung zu Gegenwart und Zukunft des Berufes aus schulischer Sicht bilden. Diese Meinungen möchten wir in der LAG Medien bündeln und koordiniert in den politischen Prozess weitertragen. Für das Sortieren und Bündeln bietet sich die Mitgliederversammlung der LAG Medien im November an: Um dies gut vorzubereiten, bitten wir um Rücksendung des Fragebogens bis zum 1. Oktober.

Je mehr Schulen – und je mehr Kolleg/-innen an den Schulen in diesem Prozess beteiligt sind, desto besser können wir unsere Meinung vertreten und umso zielgerichteter auch die Interessen der Schulen wahrnehmen. Bitte verteilt diese mail und den Fragebogen daher an eurem Standort an die betroffenen Kolleg/-innen weiter, um den Denkprozess frühzeitig anzuregen.

Liebe LAG-Mitglieder, nutzen wir alle diese Chance, das Erfolgsmodell Mediengestalter/-in Digital und Print weiterzuentwickeln – ich freue mich auf die Meinungen und Ergebnisse aus den Schulen!
Wir werden über die Website der LAG Medien alle Ergebnisse dokumentieren und so transparent zur Meinungsbildung beitragen.

Beste Grüße und bis bald,

Thomas Zimmer, München
thomas.zimmer@senefelder.muenchen.musin.de

 

Fragestellungen zur Voruntersuchung Mediengestalter/-in Digital und Print, [Dr. Heike Krämer, BiBB; August 2020]

 

  1. Entsprechen die Ausbildungsinhalte den Anforderungen der Tätigkeiten in den unterschiedlichen Branchen?

 

  1. Ist das mehrfach differenzierte Strukturmodell mit drei Fachrichtungen und drei Auswahllisten für Wahlqualifikationen noch zeitgemäß?

 

  1. Welche Profile werden heute für die Berufsausbildung benötigt?

 

  1. Ist das Modell der Zwischen- und Abschlussprüfung für Mediengestalter:innen Digital und Print weiterhin geeignet?

 

  1. Sind die Prüfungsbereiche und -instrumente noch angemessen, z. B. vier schriftliche Prüfungen in der Abschlussprüfung?

 

  1. Ist eine stärkere Differenzierung nach Digital- und Printmedienproduktion erforderlich?

 

  1. Welche Auswirkungen ergeben sich aus der weiter fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung der Produktion, wie die Zunahme automatisierter Prozesse, z. B. durch Verknüpfung von Algorithmen und Datenbanken, oder die Übernahme von text- und bildgestaltenden Tätigkeiten durch Software.

 

  1. Die steigende Komplexität durch wachsende Diversifikation von unterschiedlichen Produkten und Ausgabekanälen erfordert neue Kompetenzen. Wie muss die Ausbildung darauf angepasst werden?

 

  1. Mediengestalter/-innen übernehmen zunehmend Aufgaben der Sachbearbeitung, bekommen Projektverantwortung übertragen, koordinieren Arbeitsabläufe und treffen dabei Absprachen mit Kund/-innen und Externen. Wie können diese Anforderungen in der Ausbildung abgebildet werden?

 

  1. Unternehmen erweitern ihre Geschäftsfelder aufgrund neuer Technologien, z. B. immersive Medien oder 3 D-Druck. Sind diese Tätigkeiten auch für die Ausbildung zum/zur Mediengestalter/-in interessant?